MagenDarm-Infektion

Infektion durch Noroviren – harmlos oder gefährlich?

veröffentlicht von: Anna Nilsson

Magen-Darm-Infektionen durch Noroviren verursachen bestimmte klinische Symptome. Dazu zählen Erbrechen und starker Durchfall (Gastroenteritiden). Infolge davon führt eine Infektion dieser Viren zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust. Eine Störung im Elektrolyse-Haushalt gilt als weiterer Effekt. Senioren und Kinder gelten als stark von diesen Konsequenzen betroffen.

Menschliche Stuhlprobe. unter dem Elektronenmikroskopie: Pfeile markieren Bereiche mit Noroviren. Die dunklen großen Flecken zeigen Magen-Darm-Bakterien, Quelle: Hans R. Gelderblom/RKI

Menschliche Stuhlprobe. unter dem Elektronenmikroskopie:
Pfeile markieren Bereiche mit Noroviren. Die dunklen großen Flecken zeigen Magen-Darm-Bakterien, Quelle: Hans R. Gelderblom/RKI

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Symptome der Infektion mit Noroviren

Zu den Durchfall-Erscheinungen kommen weitere Krankheitsmerkmale. Übelkeit, Erbrechen, Mattigkeit und starker Kopfschmerz gelten als Beispiele. Aufgrund dieser Erscheinungen diagnostizieren Ärzte schnell eine Magen Darm Infektion.

Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden. Der Infekt dauert im Gegenzug zehn bis siebzig Tage. Bis zum Tod führt eine Erkrankung ausschließlich in schweren Fällen. Bei der Magen Darm Infektion leiden Erwachsene häufiger an Durchfall als Jugendliche. Kinder erbrechen in der Regel in 50 Prozent der Fälle.

Die Symptome gelten als kurz und heftig. Eine Ansteckungsgefahr besteht bis zu 48 Stunden nach dem Abklingen der Krankheit. Der Patient scheidet die Viren sechs bis vierzehn Tage nach Krankheitsende aus. Folglich erlangen Hygieneprodukte weiterhin größte Wichtigkeit.

Erreger und Infektion der Viren

Noroviren stammen aus der Gattung der Caliciviridae. Diese bezeichnet eine Magen Darm Infektion, deren Viren sich viermal kleiner als Grippeviren erweisen. Seinen Namen verdankt dieser Virus der amerikanischen Kleinstadt Norwalk.

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Die 1972 identifizierten Erreger teilen sich in zahlreiche Genotypen. Für Menschen kritisch gelten ausschließlich humane Noroviren. Der Mensch erweist sich als alleiniger Träger derselben. Sie finden sich weltweit, da Umwelteinflüsse keine Bedeutung für diese Erreger besitzen. Die Ansteckungsgefahr mit Noroviren gilt als enorm. Kleinste Mengen (10-100 Viruspartikel) reichen für eine Infektion aus. Dabei erfolgt die Übertragung ausschließlich von Mensch zu Mensch. Hauptansteckungsquellen zeigen sich im Stuhl, Erbrochenem oder Aerosol, das beim Erbrechen entsteht. Die höchste Konzentration der Viren enthalten rektale Ausscheidungen. Hier liegt die Menge bei rund zehn Millionen Viruspartikeln.

Kontaminierte Lebensmittel wie Salat oder Fisch führen zum Ausbruch der Krankheit. Als weiteres Beispiel gilt unsauberes Wasser. Kinder stecken sich im Normalfall über kontaminiertes Spielzeug gegenseitig an. Da der Erreger widerstandsfähig erscheint, zeigt sich eine hohe Ausbruchsgeschwindigkeit. Besonders gilt dies für Schulen, Kindergärten oder Spielgruppen. Norovirus-Infektionen treten ganzjährig auf. Eine Häufung der Erkrankungen besteht in den Wintermonaten. Bei einer auftretenden Magen Darm Infektion bildet der Körper keine Antikörper. Wer die Erkrankung übersteht, gilt vor einer folgenden Infektion als nicht immun.

Maßnahmen gegen die Virus-Infektion

Gegen Noroviren gibt es weder eine Impfung noch Medikamente. Einzig verstärkte Hygiene hilft, die Noroviren einzudämmen. Finden diese Erreger keine Wirte mehr, stoppt die Krankheitsausbreitung. Daher gilt besonders in Gesamteinrichtungen das Tragen von Handschuhen und Mundschutz als Pflicht. Desinfektionsmittel erweisen sich in jeder Einrichtung und privat als nützlich. Besonders nach dem Gang auf die Toilette zeigt sich das Händewaschen als unerlässliche Maßnahme. Unnötiger Kontakt gilt zu vermeiden. Dazu zählt in diesem Fall das Händeschütteln.

Das Trinken von Elektrolyt-Lösungen reguliert den Wasserhaushalt. Die eigentliche Gefahr bei der Infektion liegt im hohen Flüssigkeitsverlust. Bereits erkrankte Personen meiden den Kontakt zu anderen Menschen. Als empfehlenswert gilt Bettruhe.

Zubereitetes Essen gart der Patient. Die Zubereitung erfolgt ausschließlich nach dem Reinigen der Hände mit Desinfektionsmitteln. Ein Mund-Nasen-Schutz verhindert das Einatmen von Tröpfchen. Diese entstehen in Stuhl und Erbrochenen akut erkrankter Patienten. Oberflächen wie Türklinken, Theken oder Tischplatten gehören täglich gereinigt. Als wichtig erweist sich, dass der Patient Dinge des täglichen Bedarfs ausschließlich allein benutzt.

Dazu gehören Handtücher, Tassen und Besteck. Kinder und Erwachsene, die in einer Gemeinschaftseinrichtung eine Tätigkeit ausüben, bleiben dieser bei einer Infektion fern. Dies gilt im gleichen Fall, wenn ein Verdacht auf Noroviren besteht. Eine Infektion gilt als namentlich meldepflichtig. Dies bestimmt das Infektions-Schutzgesetz § 6 und § 7.

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